Die Familie hat in Afrika und natürlich auch in Äthiopien einen hohen Stellenwert und der Begriff Familie wird sehr weit gefasst. Mit „My sister“ und „my brother“ sind nicht nur die direkten Blutsverwandten gemeint, Kinder wachsen sehr oft bei ihren Onkeln und Tanten auf, Familien nehmen Bedürftige in ihren Kreis auf und die grosszügige, selbstverständliche Nachbarschaftshilfe ist eine Grundlage des Zusammenlebens.

Zu Beginn des Jahres haben wir in unserem Projekt alle unsere Mitarbeiter/-innen und ihre Angehörigen zu einem „familiy day“ eingeladen. Die Addis Guzo Familie in Äthiopien ist seit der Gründung vor fünf Jahren erstaunlich gross geworden.

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Die Addis Guzo Familie

Wenn wir den Begriff der Familie „afrikanisch“ ausweiten, dann kommen durch unser Projekt noch einige hundert „Verwandte“ dazu:

> Die Kunden der Rollstuhl-Werkstatt:

Weil die Rollstuhl-Werkstatt seit dem Start des Projektes ununterbrochen gute Dienstleistungen anbietet, sind zwischen vielen Kunden und dem Werkstatt-Team enge Beziehungen entstanden. Dazu beigetragen hat, dass die Qualität der Rollstuhl-Abgaben und der Reparaturarbeiten kontinuierlich gesteigert wurde.

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Mescerem macht erste Fahrversuche mit dem neuen Rollstuhl mit Einhandantrieb.

DSC00889Haile freut sich über den Besuch unseres Teams. Abye, Meron und Hailu haben nicht nur einen Rollstuhl und einen Toiletten-Rollstuhl gebracht, sondern auch einen Umschlag mit Geld, das sie bei den Mitarbeiter/-innen von Addis Guzo gesammelt haben.

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Meron aus der Werkstatt und Misile die Physiotherapeutin passen für Aron eine Sitzhilfe an. Für die Mutter bedeutet dies eine grosse Erleichterung im Alltag.

> Die Kunden des Tageszentrums für Familien mit behinderten Kindern:

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Helen Nussli ist eine erfahrene Ergotherapeutin. Während ihres dreiwöchigen freiwilligen Einsatzes für Addis Guzo hat sie viel neuen Schwung in die Aktivitäten des Tageszentrums gebracht.

> Die Teilnehmer/-innen der IGA-Gruppen (Income Generating Activities):

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Die Puppenfrauen - HAYA Dolls - zusammen mit Christine und Martina.

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Yezena, das vierte Mitglied der HAYA Dolls ist im Januar gestorben. Ihre Kraft, ihren Humor, ihr Lachen und ihre Freundschaft vermissen wir sehr.

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Nach schmerzhaften Prozessen mit vielen Diskussionen und nach einem intensiven Training ist der Nähgruppe der Knopf aufgegangen. Jetzt hoffen wir, dass es in ihrem „Nähkästchen“ kein Durcheinander mehr gibt.

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Qualitäts-Check bei den Kerzenleuten: Fast einen Monat lang hat Anna ihre fundierten Kenntnisse bei der Herstellung von Kerzen der Gruppe Sunray Candles zur Verfügung gestellt.

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Die Töpferinnen stehen noch ganz am Anfang der Ausbildung. Sie sind aber hoch motiviert und haben schon erstaunlich schöne Produkte erschaffen.

> Die Sportler und Sportlerinnen:

Die Idee, unter dem Slogan „Cool Rolling“, ein Rollstuhl-Basketball-Team auf die Reise nach Tokyo 2020 zu schicken, hat viel Schwung in die Mannschaften und ins Training gebracht. Der glückliche Zufall will, dass das IKRK die Förderung des Rollstuhl-Basketballs auf seiner Agenda hat. In verschiedenen Regionen werden Teams aufgebaut und eine Vereinigung soll gegründet werden. Beides sind Voraussetzungen für die Teilnahme an internationalen Turnieren. Trotzdem ist Tokyo in weiter Ferne und bleibt vorerst ein Traum.

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Mit einem Klick zum „Cool Rolling“ – Kurzfilm.

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Auch die Frauen hat das Fieber gepackt. Kein Weg ist ihnen zu mühsam (Link), zum Training zu kommen.

Im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderungen ist Inklusion das aktuelle Schlüsselwort. Natürlich ist dies auch in Äthiopien und in unserem Projekt ein Thema. Manchmal geschieht Inklusion einfach so, ganz nebenbei. So treffen sich auf unserem Sportplatz allwöchentlich Sportler mit Behinderungen und ohne Behinderungen.

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Unser neuer „Country Director“ Tamirat präsentiert an einer Tagung zum Thema Inklusion Resultate aus einer Gruppendiskussion.

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Angehende Pflegefachfrauen aus Holland und die „Cool Rollers“ beim gemeinsamen Spiel.

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Während Solome ihre ersten Fahrversuche im Rollstuhl macht (siehe Video), kommen die drei Männer im Hintergrund ins Gespräch und beschliessen, einen gemeinsamen Sportanlass zu organisieren. So entstand der Solome Inclusion Day.

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70 Sportlerinnen und Sportler in drei Sportarten (Fussball, Rollstuhlbasketball und Basketball) spielen gegen- und miteinander.

Es ist das Privileg von kleinen Organisationen, dass solche Aktionen unkompliziert und schnell umsetzbar sind. Auch für ein anderes Kleinprojekt haben wir, von der Idee bis zur Umsetzung, weniger als zwei Monate gebraucht. Eine unserer IGA-Gruppen in der Region Oromiya hatte keinen geeigneten Arbeitsplatz. So entstand die Idee eines Container-Mini-Workshops, das Projekt Comiwo.

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Die erste Skizze

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Der umgebaute Container wird zum Transport aufgeladen.

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Die erste Kleinwerkstatt Comiwo (in leicht abgeänderter Version) am Tag der Einweihung.

Am 5. März ist die Addis Guzo Familie um ein Mitglied reicher geworden.

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Zewdu ist der Spezialist für alles Elektrische und Elektronische. Zerubbabel, sein Sohn, hat einen kleinen Bruder bekommen.

Zum Thema Familie passt auch ein Bild, das auf unserer kurzen Reise in den Südwesten Äthiopiens entstanden ist. Dieser Familie mit etwa 80 Angehörigen sind wir im Nationalpark Chuchura begegnet. Das Kurzvideo gibt vielleicht einen kleinen Eindruck über die kraftvolle Intensität der Begegnung.

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Gemeinsam und stark: Ein gutes Motto, auch für die Addis Guzo Familie.

Und ein Motto, das uns bei den Diskussionen mit den Behörden helfen kann. Tamirat, der neue Projektverantwortliche, hat in den letzten Wochen nichts unversucht gelassen, um beim Standortproblem eine Lösung zu erreichen. Wie aus heiterem Himmel ist Ende März Bewegung in die Sache gekommen. Der Verantwortliche beim „Bureau of Labour and Social Affairs“ scheint nun zur Zusammenarbeit bereit zu sein. Allerdings ist ein Wegzug wohl unumgänglich. Offen ist, wann, wohin und wie wir den Umzug vollziehen werden. Alle Beteiligten sind aber fest entschlossen, dass Projekt weiterzuführen. Zu wichtig, zu einzigartig und zu wertvoll ist unsere Arbeit für das Land.

Mit einem Bild, der glücklichen Erus wollen wir uns bei allen bedanken, die uns unterstützen und begleiten:

  • Martina, Fabian und Nadine, Helen, Anna und Elke für ihre tatkräftigen Einsätze als freiwilligen Helfer/-innen im ersten Quartal des Jahres.
  • Marianne, Regula, Manuel, Annemarie und viele weitere der Addis Guzo Schweiz Familie, für ihre Hilfe bei der Integration der Familie Teferi.
  • Fred und dem Verein Signum vitae, für das Sammeln des Materials und Verschiffen der Container.
  • Milan und Muammer, die „Optimistic Travelers“, für das Drehen und Produzieren des „Cool Rolling“ – Kurzfilmes.
  • Allen  privaten Spender/-innen, für die breite finanzielle Unterstützung.
  • Allen Organisationen und Stiftungen, ohne deren Hilfe unsere Arbeit nicht möglich ist.
  • Den Fachgeschäften in der Schweiz und den Hilfsmittelstellen der SAHB, für die vielen Materiallieferungen.
  • Und natürlich unseren Mitarbeiter/-innen, für ihren Einsatz in den verschiedenen Bereichen.

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Erus

Ihre/Deine Unterstützung bewegt!

Herzlichen Dank
Marianne Locher, Christine Oberli, Regula Flury-Wahlen, Manuel Flury-Wahlen, Bernhard Wissler
Vorstand Verein Addis Guzo

Spendenkonto: IBAN CH95 0900 0000 6052 4186 7 - BIC POFICHBEXXX

www.addisguzo.com / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Addis Guzo, Neue Reise - Neue Fahrt, 3000 Bern