Jeden Tag treffen bei Addis Guzo die unterschiedlichsten Lebensgeschichten aufeinander. Manchmal sind es nur kurze, flüchtige Begegnungen. Es gibt aber auch Episoden mit mehreren Kapiteln oder noch offenem Ausgang. Immer wieder werden wir auf dem „richtigen“ Fuss erwischt und durch die Geschichten der Menschen berührt. Sie machen uns bewusst, wie wertvoll das Projekt Addis Guzo ist.

Im Zentrum unserer Arbeit steht seit Beginn die Abgabe von Rollstühlen an Menschen mit Behinderungen. Dabei ist es uns wichtig, die Rollstühle so weit möglich an die Bedürfnisse der grossen und kleinen Kunden und Kundinnen anzupassen.

Savon
Denu kontrolliert, ob der Rollstuhl für Savon passt

Etenesh
Versteifungen und Verdrehungen im Körper von Etenesh waren bei der Rollstuhlanpassung eine grosse Herausforderung für unser Team. Etenesh ist mit dem Resultat sehr zufrieden.

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Jeden Morgen das gleiche Bild: grosser Andrang vor unserer Werkstatt. Kunden die auf unseren Reparaturservice warten.

Bezunesh
Irgendwo im Quartier: Meron und Hailu haben für Bezunesh, eine Kundin mit halbseitiger Lähmung, einen „neuen“ Rollstuhl gebracht. Das Konstrukt ihres Mannes links mit sehr kleinen Rollen war bisher die Alternative.

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Die Liste der Kunden/-innen, die gerne ein Rollstuhl-Zuggerät hätten, ist lang. So haben wir einige Kriterien bestimmt die erfüllt sein müssen, damit jemand einen Rollstuhl-Trac bekommt. Dennebech ist eine der Glücklichen. Sie kann nun ihren Arbeitsweg unabhängig und selbständig zurücklegen.

Auch unser zweiter Projektteil TAS (Therapie, Ausbildung und Sport) schreibt viele Episoden.

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Das Gehtraining von Misile hat Sophonias wieder auf die Beine gebracht. Nach einer infektiösen Krankheit war er vollständig entkräftet. Nun hat er seine Gehfähigkeit und damit sein fröhliches Lachen wieder erlangt.

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Die Kerzengruppe hat den Durchbruch geschafft. Auf eigene Initiative hin schlossen sie mit einer grossen Supermarkt-Kette Verträge ab. Nun läuft die Produktion auf Hochtouren und ihr Einkommen ist entsprechend gestiegen.

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Am 12. Dezember war der Startschuss für eine neue IGA (Income Generating Activity) Gruppe. Fünf Frauen mit Behinderungen werden zu Töpferinnen ausgebildet. Schon nach einer Woche war die gute Gruppendynamik spürbar. Weil es in Addis keine Töpferscheiben zu kaufen gibt, stellten unsere Werkstattleute aus Autobremsscheiben und Rollstuhlnaben selber welche her.

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Denu und Shoa präsentieren stolz die Töpferscheiben.

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Die Produkte unserer IGA-Gruppen (Kerzen, Kinderkleider, Puppen und Ketten) fanden an den Weihnachtsmärkten in Addis grossen Anklang. Lemlem und Amete erwarten die Besucher des German Church Bazars.

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Eine besondere Geschichte ist um Bethelehem entstanden. Sie kam mit dem Wunsch zu uns, ihre handwerklichen Fähigkeiten zu erweitern. Das sogenannte Skillstraining hat Christine übernommen. Einige Wochen später kamen Milan und Muammer, die „Optimistic Traveler“, auf ihrer Reise durch Afrika bei uns vorbei. Ihre Idee: kleine Träume von Menschen verwirklichen. Bethelehems Traum - eine Nähmaschine - ging dank den „Optimistic Traveler“ schon am nächsten Tag in Erfüllung.

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Muammer (hinten) und Milan (vorne rechts) fragen Bethelehem nach ihrem Traum.

Träume sind auch für unsere Rollstuhl-Basketballer/-innen in Erfüllung gegangen. Sowohl das Frauen-Team wie auch die Männer gewannen ein mehrtägiges, nationales Turnier. Der Finaltag mit der Pokalübergabe fand am 3. Dezember, dem internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, statt.

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Das Addis Guzo Frauenteam

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Ausgelassene Stimmung mit Pokal.

Dieser Erfolg hat uns zu einer neuen Idee gebracht, die wir auch gleich lancierten:

Cool Rolling Poster

Erste Schritte sind bereits gemacht: Kontakte zu einer japanischen Organisation, Gespräche mit den Sportverbänden und ein Radiointerview. Noch ist aber alles in den Kinderreifen und Tokyo in weiter Ferne. Sicher brauchen wir für diese Geschichte einige Co-Autoren und natürlich Sponsoren. Wir sind gespannt, wieviele Kapitel entstehen und ob es zu einem Happy-End kommt. Wir sind zudem überzeugt, dass der Bereich Sport ein weiteres Mittel ist, um die Diskussion um unseren Standort in die gewünschte Richtung zu bringen. Denn noch immer ist nicht klar, ob unser Zentrum am jetzigen Ort bleiben kann. Auf allen Ebenen (bis hin zum Minister für Arbeit und Soziales) knüpfen wir an einem Netzwerk, das unser Projekt sichern soll.

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In einem Suk: eine ungewöhnliche Umgebung für ein Meeting. Zusammen mit Teferi und Solomon bereiten wir ein Gespräch bei der Organisation „Justice for all“ vor.

Es war eine der letzten gemeinsamen Aktionen mit Teferi, unserem Country Director. Mittlerweile hat er mit seiner Familie das Land aus persönlichen Gründen verlassen und in der Schweiz einen Antrag um humanitäres Asyl gestellt. Dank seinem guten Netzwerk konnte er uns einen Nachfolger vermitteln:

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Tamirat stürzt sich mit viel positiver Energie in seine neuen Aufgaben. Zusammen mit ihm wollen wir das Buch Addis Guzo weiter schreiben und viele neue Geschichten hinzufügen.

Da wäre zum Beispiel noch jene der vier 12-jährigen Strassenjungs: Biniyam, Ashebir, Gashito und Addisu. Sie tauchten bei uns im Projekt auf, weil die beiden Brüder Gashito und Addisu aufgrund einer Muskelkrankheit auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Biniyam und Ashebir, ihre Freunde, begleiteten sie auf ihrer Reise aus dem Süden nach Addis. Während mehreren Tagen kamen sie immer wieder bei Addis Guzo vorbei. Unsere Mitarbeiter/-innen haben sich vielseitig um die vier gekümmert:

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Nach nächtlichen Nähaktionen werden die vier Besucher von unseren Angestellten neu eingekleidet.

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Ellena, eine Ergotherapeutin aus der Westschweiz, war während drei Monaten für Addis Guzo im Einsatz und gab den Jungs gleich eine sinnvolle Beschäftigung.

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Die Tagesstruktur und regelmässiges Essen haben den vier sichtlich gut getan. Eine feste Bleibe konnten wir für sie nicht finden. Es gab keine Organisation, die bereit war, alle vier aufzunehmen. Nach einer Woche zogen sie weiter. Sie hatten Pläne im Süden des Landes. Vor kurzem haben wir sie wieder in Addis gesehen. Niemand weiss, wie diese Geschichte ausgeht.

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Auch David war während sechs Wochen freiwilliger Mitarbeiter bei Addis Guzo. Er hat sich insbesondere um die Probleme der Infrastruktur gekümmert. Die Lecks im Wassertank waren aber trotz Silikon und 2-Komponentenkleber nicht zu schliessen. Als Abschiedsgeschenk spendete uns David einen neuen Wassertank. Herzlichen Dank!

Zu guter Letzt senden wir noch ein Bild von Tsige. Sie ist die Frau für alles (Kochen, Putzen, Einkaufen), ist zu jeder Zeit und für Jeden hilfsbereit und dazu immer gut gelaunt.

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Tsige, eine der Perlen der Addis Guzo Kette.

Ihre/Deine Unterstützung bewegt!

Herzliche Grüsse
Marianne Locher, Christine Oberli, Regula Flury-Wahlen, Manuel Flury-Wahlen, Bernhard Wissler
Vorstand Verein Addis Guzo

Spendenkonto: IBAN CH95 0900 0000 6052 4186 7 - BIC POFICHBEXXX

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